Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch

Diese Methode kann bis zur 7. Woche (off label auch bis zur 9. Woche) der Schwangerschaft angewendet werden. Das gesundheitliche Risiko ist insgesamt sehr klein.

Die Behandlung erfolgt in zwei Schritten im Abstand von zwei Tagen. Mit der Einnahme des ersten Medikaments ist der Schwangerschaftsabbruch im Gange. Es ist wichtig, dass Sie am dritten Tag die Behandlung zu Ende führen. Die Erfolgsrate der medikamentösen Methode ist hoch. In mehr als 98 % der Fälle wird die Schwangerschaft abgebrochen. In etwa 5 % verbleibt Restmaterial in der Gebärmutter. Dieses Restmaterial muss beobachtet oder behandelt werden. In seltenen Fällen können Unterleibsentzündungen oder behandlungsbedürftige Blutungen auftreten.

Ablauf des medikamentösen Schwangerschaftsabruchs


Tag 1

Am ersten Tag kommen Sie in die Klinik und melden sich an der Rezeption.

Auf der Abteilung erhalten Sie 1 Tablette Mifegyne®. Möglicherweise muss noch eine Blutentnahme gemacht werden. Danach können Sie nach Hause gehen.

Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen zu Hause

  • Vaginale Blutungen oder periodenähnliche Bauchschmerzen. Falls die Blutungen stark sind und Sie die Binde öfter als alle 30 Minuten wechseln müssen, melden Sie sich in der Frauenklinik am Empfang.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Möglicherweise Ausstossung der Schwangerschaft schon vor dem zweiten Termin.
  • Sollten Sie innerhalb von 3 Stunden nach der Medikamenteneinnahme erbrechen oder Durchfall haben, melden Sie sich bitte in der Frauenklinik.


Tag 2

Sie bekommen 2 Tabletten Cytotec® und bleiben während etwa 3 Stunden zur Beobachtung im Spital. Meist erfolgt in dieser Zeit auch der Abort, das heisst, die Schwangerschaft wird ausgestossen. Ist das jedoch nicht der Fall, erhalten Sie noch einmal 2 Tabletten Cytotec® und bleiben eine weitere Stunde zur Beobachtung im Spital. Wenn die Ausstossung nicht in der Klinik erfolgt, erhalten Sie weitere Informationen vom Pflegepersonal. Bei den meisten Frauen erfolgt die Ausstossung zu Hause in den folgenden 2–3 Tagen. Sollte dies ausbleiben, melden Sie sich bei uns im Zentrum für sexuelle Gesundheit.

Die Blutungen setzen meist wenige Stunden nach der Einnahme des zweiten Medikaments ein. Sie dauern in der Regel 10–14 Tage, längerdauernde schwache Blutungen können auftreten.

Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen

  • Häufig: Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
  • Gelegentlich: Kopfschmerzen, Benommenheit, Fieber, Schüttelfrost.
  • Selten: Allergien wie Hautausschlag oder Nesselfieber, Blutdruckabfall.
  • Im Falle einer Weiterführung der Schwangerschaft nach Einnahme der Medikamente steigt das Risiko für Fehlbildungen des Embryos geringfügig.

Bitte beachten Sie Folgendes:

  • Für die nächsten zwei Wochen gilt zur Infektionsverhütung: Nur Binden (keine Tampons, keine Menstruationstassen oder –schwämme) verwenden. Verzichten Sie auf Geschlechtsverkehr und duschen Sie nur (nicht baden).
  • Bei Fieber, sehr starken Blutungen und Schmerzen melden Sie sich bitte in der Frauenklinik.

Eine Schwangerschaft ist sofort wieder möglich und die Anwendung einer Verhütungsmethode daher notwendig. Die Regelblutung setzt nach 4-6 Wochen wieder ein.

Emotionale Schwierigkeiten nach dem Schwangerschaftsabbruch sind meist vorübergehend. Das Zentrum für Sexuelle Gesundheit Bern bietet bei Bedarf weitere Beratung und Begleitung.

Nach ca. 4 Wochen findet eine Nachkontrolle statt, ein Termin wird bereits beim Vorgespräch für Sie reserviert.