Herausforderungen der Ultraschalldiagnostik bei Schwangeren

Die ganz überwiegende Mehrzahl aller Schwangerschaften verläuft ohne Probleme, und es werden gesunde Kinder geboren. Nur 2-4% aller Neugeborenen zeigen bei Geburt körperliche Besonderheiten. Mit den modernen bildgebenden Methoden und ergänzenden Untersuchungen können viele der angeborenen schwerwiegenden Störungen bereits vor der Geburt erkannt werden.

Allerdings kann keine diagnostische Methode alle bestehenden Besonderheiten oder Fehlbildungen erkennen, auch der vorgeburtliche Ultraschall nicht. Unter günstigen Schallbedingungen werden beim detaillierten („eingehenden“ oder Organ-) Ultraschall mit 20 Wochen bis 80% der schwerwiegenden körperlichen Besonderheiten erkennbar.

Die Rate der durch Ultraschall erkennbaren chromosomalen Störungen wie z.B. des Down-Syndromes (Trisomie 21, früher „Mongolismus“ genannt) ist aber deutlich geringer; jedoch kann das sogenannte Erst-Trimester-Screening (Ultraschall zwischen 11 und 14 Wochen mit Untersuchung einer mütterlichen Blutprobe) ebenfalls ca. 80% der von Down-Syndrom betroffenen Fälle erkennen. Glücklicherweise sind chromosomale Störungen selten: Sie betreffen im Mittel nur eine von 400 Schwangeren, kommen aber bei älteren Schwangeren häufiger vor.

Bei auffälligen oder unklaren Befunden können sich für die Eltern sehr belastende Situationen ergeben, die wir durch eingehende Beratung vor, bei und nach der Diagnostik zu mildern versuchen.

Wenn eine kindliche Besonderheit erkannt wurde, beraten wir die Eltern zusammen mit den Spezialisten, die das Kind auch nach der Geburt behandeln werden, so dass schon vor der Geburt die optimale Behandlung geplant werden und den Eltern die bestmögliche Prognoseeinschätzung mitgeteilt werden kann und nach der Geburt ein nahtloser Übergang ohne Überraschungen möglich ist.