Schwangerschaftsdiabetes

Steht die Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes (= Gestationsdiabetes) fest, erwartet Sie in der Universitätsfrauenklinik des Inselspitals Bern ein interdisziplinäres Team aus Diabetesfachberaterinnen, Ernährungsberaterin, Gynäkologen und Diabetologen, welche zusammen mit Ihnen die Diagnose besprechen und mit Ihnen ein individuelles Programm entwickeln, damit sich der Blutzucker auf einem normalen Niveau einstellt.

Um dieses Ziel zu erreichen, lernen Sie bei unseren Diabetesberaterinnen das Blutzuckermessen, sowie die Dokumentation und die Interpretation der Daten. Das Messgerät wird Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt. Zeitgleich erhalten Sie bei der Ernährungsberatung einen Termin, um gemeinsam Ess- und Lifestylegewohnheiten anzuschauen und gegebenenfalls anzupassen. Unsere Ärzte und Diabetologen überwachen den Verlauf und koordinieren falls nötig eine medikamentöse Therapie. Sie und Ihr Kind werden engmaschig betreut und auch die Prävention nach der Geburt wird thematisiert.

Ihre Vorteile bei uns:

  • Alle Fachpersonen unter einem Dach, kurze Wege, koordinierte Termine
  • Interdisziplinäres Team mit hohem Qualitätsanspruch
  • Diabetesfachberaterinnen sind Hebammen mit Zusatzausbildung und übernehmen nach Wunsch auch ihre Schwangerschafts-Betreuung

Medizinische Informationen:

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Gestationsdiabetes (oder auch Schwangerschaftsdiabetes) ist eine erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierte Glukosetoleranzstörung. Ähnlich wie beim "klassischen" Diabetes (Typ 2) besteht ein Mangel des Hormons Insulin, was zu einem erhöhten Zuckerspiegel im Blut der Mutter führt. Dieser wiederum hat Einfluss auf das Kind, da der Blutzucker via Mutterkuchen und Nabelschnur zum Kind gelangt.

Wie kommt es zu einer Schwangerschaftsdiabetes?

Selten besteht diese unentdeckt schon vor der Schwangerschaft, in den allermeisten Fällen entwickelt sich diese Glukoseintoleranz jedoch unter den veränderten hormonellen Umständen der Schwangerschaft.

Eine Schwangerschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass in den ersten 24 Wochen der Schwangerschaft die Sensitivität auf das Hormon Insulin steigt und dadurch der Blutzucker leicht sinkt.

Ab der 24 Schwangerschaftswoche produziert der Körper der werdenden Mutter vermehrt Hormone, welche dem Insulin entgegenwirken, man nennt dies Insulinresistenz. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) muss ab diesem Zeitpunkt die Produktion an Insulin steigern und gelangt in 5-10% der Fällen an eine Leistungsgrenze. Durch die unzureichende Wirkung des körpereigenen Insulins, steigt der Blutzuckerspiegel im mütterlichen Blut an.

Wie erkenne ich ob ich Schwangerschaftsdiabetes habe?

Bei der Mutter zeigt Schwangerschaftsdiabetes oft keinerlei Symptome. Der orale Glukosebelastungstest (genannt oGTT), in der Schweiz empfohlen für alle Schwangeren in der 24. - 28. Woche, liefert hingegen ein klares Resultat. Bei diesem standardisierten Test wird zu Beginn der Blutzuckerwert (Blutglukose) gemessen und anschliessend erhalten Sie 75g Traubenzucker in Wasser aufgelöst zu trinken. Nach einer und zwei Stunden wird die Blutglukosemessung wiederholt. So wird kontrolliert, wie sich die Bauchspeicheldrüse verhält und wie schnell der Zucker abgebaut wird.

Für diesen Test können Sie sich in unserem Ambulatorium anmelden, auch wenn Sie in der Schwangerschaft nicht von uns betreut werden.

Was kann passieren, wenn Schwangerschaftsdiabetes unbemerkt bleibt?

Die Veränderung in der Stoffwechsellage der Mutter hat einen Einfluss auf das ungeborene Kind. Wird ein Gestationsdiabetes nicht rechtzeitig erkannt und liegen die Blutzuckerwerte der Mutter über längere Zeit zu hoch, kann diese Situation beim Kind sowie auch bei der Mutter zu Komplikationen führen. Diese zeigen sich bei der Mutter z.B. durch vermehrte Harnwegsinfekte oder schwangerschaftsbedingten Bluthockdruck. Risiken beim Kind sind erhöhtes Geburtsgewicht, verminderte Lungenreifung, Unterzuckerungsrisiko unmittelbar nach der Geburt, Gelbsucht und späteres Übergewicht oder Diabetes.

Wie therapiert man Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftsdiabetes ist grundsätzlich, wenn er früh erkannt wird, gut therapierbar. Nach der Diagnose wird in einem ersten Schritt versucht, den Blutzucker durch veränderte Ess- und Lifestyle-Gewohnheiten in den Griff zu bekommen. Gelingt dies nicht (bei ca. 25% der Fälle) wird eine Insulintherapie verordnet.

In jedem Fall betreuen wir Sie intensiv, helfen Ihnen beim Erlernen der nötigen Kontrollinstrumente und stehen immer für Fragen zur Verfügung.