Wachstumsstörung

Jedes Kind hat ein eigenes, von Mutter und Vater vererbtes Wachstumspotential welches durch äussere Einflüsse beeinflusst werden kann. Dazu gehören zum Beispiel mütterliche Probleme wie Nikotinabusus, chronische Krankheiten, Störungen der Entwicklung des Mutterkuchens, Schwangerschaftsdiabetes oder auch kindliche Probleme im weitesten Sinne. Ein nicht der Norm entsprechendes Wachstum des ungeborenen Kindes ist somit immer als wichtiges Zeichen zu werten und bedarf einer detaillierten Abklärung da diese Kinder ein erhöhtes Risikopotential aufweisen.

Massgebend für die Diagnose eines zu kleinen Kindes ist eine exakte Festlegung des Alters der Schwangerschaft. Dies sollte im Rahmen der Ultraschall-Screeninguntersuchungen (v.a. bei der ersten Untersuchung in der 12.-14. Woche) festgelegt worden sein. Meistens zeichnet sich eine Wachstumsstörung erst in der Spätschwangerschaft ab. Leider wird in der Schweiz eine dritte Ultraschallkontrolle in der 28.-30. Woche von den Krankenkassen nicht übernommen bzw. nur auf Indikation bezahlt. Beim kleinsten Zweifel einer Wachstumsproblematik (zum Beispiel geringe Zunahme des Bauchumfanges, mütterliche Probleme in der Schwangerschaft, auffällige geburtshilfliche Vorgeschichte) sollten weitere Untersuchungen indiziert werden da der Ultraschall nicht nur die Diagnose eines verzögerten Wachstums effizient stellen kann sondern auch hilft dessen Ursache, den Schweregrad und letztendlich auch die kindliche Prognose festzulegen. Die Kombination von Ultraschall und Doppleruntersuchung mit Cardiotokographie hilft, den optimalen Zeitpunkt der Entbindung festzulegen da man oft zwischen der Problematik der kindlichen Situation in der Gebärmutter und dem potentiellen Risiken der Frühgeburtlichkeit entscheiden muss. Insgesamt muss man aber sagen, dass der grösste Teil der sogenannt „kleinen“ Kinder – was über das Geburtsgewicht definiert wird - nicht klein sind wegen eines ernsthaften Problems sondern weil das genetisch so vorgesehen war. Entsprechend ist es wichtig, dass die Situation gut abgeklärt wird um auch nicht unnötige Interventionen zu provozieren. Bei klaren Hinweisen auf eine sogenannten Ernährungsstörung der Plazenta (Plazentainsuffizienz) helfen die obengenannten Instrumente den optimalen Zeitpunkt der Entbindung zu finden.