Stammzellen im Nabelschnurblut

Nach der Geburt des Kindes und dessen Abnabelung bleibt eine gewisse Menge fetales Blut in der Plazenta (Mutterkuchen) und der daran befindlichen Rest-Nabelschnur zurück. Ein kleiner Teil dieses sogenannten Nabelschnurblutes wird seit Jahrzehnten verwendet, um den Säuregehalt beim Kind zum Zeitpunkt der Geburt zu überprüfen. Üblicherweise wird danach das Nabelschnurblut zusammen mit der Plazenta entsorgt.

Inzwischen ist bekannt, dass Nabelschnurblut reich an blutbildenden Stammzellen ist. Diese Zellen sind befähigt, sich in die verschiedenen Arten von Blutzellen und Abwehrzellen des Immunsystems zu entwickeln; gleichzeitig können sie sich fast beliebig selbst vermehren. Beim Kind im Mutterleib befinden sich diese Stammzellen hauptsächlich noch in der Leber, wo die Blutbildung zunächst stattfindet. Erst gegen Ende der Schwangerschaft wandern die blutbildenden Stammzellen von der Leber über den Blutkreislauf in das Knochenmark des Kindes, wo sie sich einnisten. Das Knochenmark bleibt danach das Hauptorgan der Blutbildung. Diese Stammzellwanderung von der Leber ins Knochenmark ist der Grund dafür, dass sich zum Zeitpunkt der Geburt eine grosse Menge dieser Zellen im Nabelschnurblut findet.