Endometriose Awareness Week 2021

Vom 1. – 7. März findet auf der ganzen Welt die EndometrioseAwareness Woche statt.

Während der Endometriose Awareness Week werden wir deshalb hier auf der Webseite und auf dem Facebookkanal der Insel http://bit.ly/1SeskGS täglich spannende Beiträge publizieren. Jetzt den «Sprich darüber» Button ins Facebook-Profilbild pinnen: http://bit.ly/2IngfDM

Endometriose Workshops für Betroffene

In diesen Workshops in Kleingruppen stehen Ihnen unsere Fachexpertinnen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung. Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen, zu diskutieren und mit anderen Betroffenen Ihre Erfahrungen auszutauschen.

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Hypnose als ergänzende Therapie bei Endometriose?

Sonntag, 7. März

Dr. med. Barbara Zeyen, Spitalfachärztin und Hypnotherapeutin

Frau Dr. Zeyen, Hypnose-Therapien sind in den letzten Jahren zu einem richtigen Trend geworden. Worin liegt das Potential der Hypnose?

Sie sehen es richtig, es ist ein Trend und «in» Hypnose zu machen. Wie bei allen Trends heisst es vorsichtig zu sein und genau hinzuschauen, was eigentlich gemacht wird. Im Rahmen einer biopsychosozialen Medizin oder besser noch mind body medicine hat die Hypnose jedoch ein grosses Potential durch ihren Zugang zu unbewussten Prozessen, die nicht nur einen grossen Einfluss auf unser Gefühlsleben und Verhalten, sondern auch auf körperliche Vorgänge haben. Diese Effekte sind zum grossen Teil wissenschaftlich belegt und somit auch im Rahmen einer umfassenden Patientinnenbetreuung einsetzbar.

In welchen Bereichen wird heute Hypnosetherapie überall eingesetzt?

Die Einsatzmöglichkeiten der Hypnotherapie sind vielfältig, im klinischen Kontext ist sie besonders in der Psychosomatik hilfreich, aber auch unterstützend bei chronischen Erkrankungen, Menopausenbeschwerden, Krebserkrankungen oder in der Palliativmedizin. In all diesen Situationen kann Hypnose zu einer deutlichen Reduktion der Angst, zu Entspannung und Beruhigung führen. Diese Effekte lassen sich auch auf der körperlichen Ebene mit positiven Wirkungen auf zb das autonome Nervensystem oder auch das Immunsystem nachweisen.

Warum ist die Hypnose gerade für Endometriose Patientinnen eine wertvolle Therapieergänzung?

Eine ursächliche Behandlung der Endometriose besteht immer aus Hormon- und/oder operativer Therapie. Es gibt jedoch verschiedene ergänzende Möglichkeiten die Symptomatik und insbesondere die Schmerzen positiv zu beeinflussen. In diesem Sinne kann Hypnose sehr hilfreich und unterstützend sein, in dem sie Patientinnen hilft zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Für einmal sind der eigene Wille und Bemühungen um Anpassungen des Lebensstils nicht im Vordergrund. Dies erleben viele Patientinnen als sehr entlastend.
In einzelnen Fällen können Gespräche und Hypnose auch helfen, die psychischen Nebenwirkungen der hormonellen Therapie erträglicher zu machen.

Was genau geschieht während der Hypnose?

In Trance nutzen wir innere Bilder, die durch die Worte der Therapeutin und die die Fokussierung der Aufmerksamkeit entstehen, um positives Erleben zu ermöglichen. Dieser Zustand ist am ehesten mit dem Empfinden kurz vor dem Einschlafen zu vergleichen. Die Wahrnehmung der Zeit und des eigenen Körpers verändern sich. Wie tief Trance erlebt werden kann, ist individuell verschieden.

Sie sind Spitalfachärztin an der Frauenklinik in Bern. Wie sind Sie zur Hypnosetherapie gekommen? Was braucht es für eine Weiterbildung?

Ich arbeite seit vielen Jahren gesprächstherapeutisch und psychosomatisch. Hypnotherapie habe ich im Rahmen der psychoonkologischen Weiterbildung kennengelernt und war schnell begeistert über die Möglichkeiten und den ressourcenorientierten Zugang. Die eigentliche Ausbildung habe ich bei Prof. Walter Bongartz in Freiburg im Breisgau absolviert und 2017 mit dem Zertifikat der deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie DGH abgeschlossen.

Auf was muss ich achten, wenn ich einen Hypnosetherapeuten /-therapeutin suche?

Die Fachgesellschaften in Deutschland und der Schweiz führen Therapeutenlisten. Hier finden sich Fachpersonen (Psychologinnen, Ärztinnen), die eine Qualifikation bzw. eine standardisierte Weiterbildung durchlaufen haben.

Weiterführende Links

Lebensqualität trotz Endometrioseschmerzen – ist das möglich?

Samstag, 6. März

Im Interview gibt Dr. med. Ilca Wilhelm Einblicke in die umfassende Schmerztherapie nach dem «Bio-Psycho-sozialen-Modell». Dr. Wilhelm ist Spitalfachärztin am Schmerzzentrum Inselspital.

Dr. med. Ilca Wilhelm, Spitalfachärztin und Sabina Fluri, Psychologin Schmerztherapie Universitätsklinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie

Frau Dr. Wilhelm, Sie behandeln im Schmerzzentrum Patientinnen mit Endometriose. Können Sie genauer erklären, unter welchen Schmerzen die Frauen leiden? 

Initial bestehen meist abdominelle Schmerzen, also Schmerzen im Unterbauch, die vor allem im Rahmen der Menstruation auftreten. Diese können sich aber auf andere Lokalisationen ausbreiten, z.B. bei einer Infiltration der Endometrioseherde in Nerven und Bandstrukturen. Die Schmerzen können dann auch unabhängig von der Menstruation auftreten und zu chronischen Dauerschmerzen werden. Die Stärke der Schmerzen hängt nicht mit dem Ausmass der Endometriose zusammen und ist für jede Patientin individuell.

Sie sagen, der Schmerz sei sehr individuell. Ist das einer der Gründe, weshalb eine Endometriose oft lange nicht erkannt wird?

Ja, leider haben Endometriosepatientinnen häufig einen langen Leidensweg hinter sich, bis die Erkrankung erkannt und richtig therapiert wird. «Schmerzen bei der Menstruation sind doch normal, stell dich nicht so an, sei keine Memme…», dies und vieles mehr müssen sich die Patienten häufig anhören. Für viele Frauen ist die Diagnosestellung deshalb eine grosse Erleichterung. Endlich hat der Schmerz einen Namen, er ist nicht eingebildet und wird ernst genommen. Ausserdem ist die Menstruation weiterhin ein Frauenthema, über das man ungern in der Öffentlichkeit spricht.

Was sind die Herausforderungen der Schmerztherapie?

Zum einen ist die Schmerzursache unterschiedlich. Bei der Endometriose können Schmerzen aufgrund der Periodenblutung in der Gebärmutter entstehen. Es können aber auch Entzündungsschmerzen und Schmerzen durch Infiltrationen in andere Gewebe sein. Jede Schmerzart benötigt ein eigenes Therapiekonzept.
Zum anderen ist Schmerz eine komplexe Sinnesempfindung, welche durch individuelle biologische, emotionale, soziokulturelle und familiäre Erfahrungen beeinflusst wird. Diese individuellen Erfahrungen und Bedürfnisse der Patientin müssen in der Therapie berücksichtigt werden. Wo bestehen Einschränkungen durch die Schmerzen? Was will und kann die Patientin selber für die Therapie leisten? Häufig bestehen Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Schlafprobleme und verändertes Essverhalten.

Warum ist die Schmerzbehandlung so wichtig?

Schmerzen bedeuten Verlust von Lebensqualität, Inaktivität, Beeinflussung der Psyche und des sozialen Lebens. Gerade bei den häufig sehr jungen Patientinnen sollten diese Teufelskreise so schnell und effizient wie möglich durchbrochen werden, um Chronifizierungen zu vermeiden.

Was gibt es für Möglichkeiten der Schmerzbehandlung?

Vor allem konservative Therapieverfahren ohne Nebenwirkungen sollten im Mittelpunkt stehen. Wir führen eine Schmerztherapie basierend auf dem Bio-Psycho-Sozialen Schmerztherapiemodell durch. Dieser ganzheitliche Behandlungsansatz berücksichtigt und adressiert körperliche, seelische und soziale Bedürfnisse der Patientin.
Beim Bio-Psycho-Soziale Schmerztherapiemodelle arbeiten Fachspezialistinnen und –spezialisten in multidisziplinären Teams sehr eng zusammen. Dazu gehören Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen, Physiotherapeutinnen, Schmerzpsychologinnen und Pflegefachpersonen mit Spezialausbildungen.

Können Sie uns Beispiele für physische Behandlungsmöglichkeiten geben?

Zu den körperorientierten Behandlungen gehören z.B Transcutane-elektrische Nervenstimulation (TENS), Beckenbodenphysiotherapie, körperliche Ausdaueraktivitäten, Massagen, Yoga, Wärmetherapie, Ernährungsberatung, Akupressur und vieles mehr.

Warum braucht es eine psychologische Begleitung?

Der körperliche Schmerz beeinträchtigt die Seele und die Stimmung der Patientin. Schmerzen über eine lange Zeit machen Dünnhäutig und Angst. Auch diesen Gefühlen müssen wir einen Raum geben und sie ernst nehmen. Wenn die Patientinnen durch eine Psychologin mitbetreut werden, heisst das nicht, dass sie sich den Schmerz einbilden oder psychisch krank sind. Im Gegenteil, wir möchten die starke Psyche unserer Patientinnen zur Schmerztherapie im Rahmen eines mentalen Trainings nutzen. Bei den mentalen Behandlungsansätzen arbeiten wir mit Ablenkung und Imagination, Entspannung z.B durch progressive Muskelentspannung, Atemtraining oder Hypnose.

Welche sozialen Aspekte spielen eine Rolle?

Zum Beispiel ist wichtig zu klären, inwieweit die Patientin noch arbeiten kann. Weiter wollen wir vermeiden, dass sich die Patientin aus dem Sozialleben zurückzieht, nicht mehr aus dem Haus geht. Es ist auch wichtig, dass die Patientin offen mit ihrem Partner über die Erkrankung und die Folgen sprechen kann. Denn ein weiteres Problem der Endometriose ist die Infertilität.

Wie ist es mit einer medikamentösen Schmerztherapie?

Analgetika d.h. Medikamente, die die Schmerzen unterdrücken, sollten so wenig wie möglich aber so viel wie nötig eingesetzt werden. Es ist sehr wichtig, dass wir die Patientinnen sehr gut informieren und begleiten um Nebenwirkungen oder - im Fall von Opioiden - Abhängigkeiten zu vermeiden. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, die Einnahme rechtzeitig zu beginnen, nicht erst, wenn die Schmerzen unerträglich sind. Ab einem bestimmten Punkt schaukeln sich Schmerzen hoch und sind nur mit höheren Dosierungen zu beherrschen. Ein Medikamenten-Tagebuch, das die Patientin führt, ist für die Patientin und für uns ein sehr wirksames Mittel für ein gutes Schmerz-Management.

Sie haben von Chronifizierung von Schmerzen gesprochen. Was genau meinen Sie damit?

Wenn Schmerzen über lange Zeit bestehen oder intermittierend immer wieder auftreten, spricht man von chronischen Schmerzen. Die physiologische Schmerzwahrnehmung und Schmerzleitung in der Peripherie und im Gehirn verändern sich. Bei chronischen Schmerzen liegt häufig eine allgemeine Hypersensibilisierung und eine abgeschwächte körpereigene Schmerzhemmung vor. Die Patienten empfinden Schmerzen stärker, die Schmerzgebiete vergrössern sich diffus und schon kleinste Berührungen können als Schmerzen empfunden werden. Die Therapie von chronischen Schmerzen ist sehr viel schwieriger und muss multimodal angegangen werden.

Was bietet das Schmerzzentrum der Insel für Frauen mit Endometriose an?

Die Patienten können sowohl im stationären Rahmen z.B. nach Operationen oder auch ambulant betreut werden. Ambulant werden die Patientinnen bei der ersten Konsultation durch eine Ärztin und eine auf Schmerztherapie spezialisierte Psychologin behandelt. Individuell wird ein gemeinsamer Behandlungsplan erstellt und verschiedene Therapieoptionen vorgestellt. Wie viele weitere Konsultationen bei der Ärztin oder Psychologin notwendig sind, wird gemeinsam mit der Patientin entschieden. Zusätzlich bieten wir eine Informationstherapie in der Gruppe für Patientin mit chronischen Schmerzen an (3 Tagen für 2 Stunden). Auch Schmerzedukation, zu wissen was chronische Schmerzen sind und wie sie beeinflusst werden können, ist ein wichtiger Therapiebaustein.

Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Endometriosezentrum?

Das Endometriosezentrum weist uns die Patientin zu. Es findet ein sehr enger und konstruktiver Austausch und je nach Notwendigkeit eine individuelle Fallbesprechung statt. In der Schmerzsprechstunde im Kinderspital wird bei Jugendlichen teilweise schon frühzeitig die Problematik der Endometriose erkannt und kann so in Kooperation mit dem Endometriosezentrum rechtzeitig behandelt werden.

Wie kann ich mich für eine Konsultation am Schmerzzentrum anmelden?
Für eine Konsultation im Schmerzzentrum braucht es eine Zuweisung durch einen Arzt, dies kann der Hausarzt, die Gynäkologin oder eben das Endometriosezentrum sein.
http://www.schmerzzentrum.insel.ch/de/aerzte-und-zuweiser/zuweisung/

«Ich habe zu einer Lebensqualität zurückgefunden, die ich nicht mehr für möglich hielt!»

Freitag 5. März

Version française

Schon als Jugendliche litt Ana Revellado Martín an starken Schmerzen während der Periode. Es hat sechs Jahre gedauert, bis die richtige Diagnose gestellt wurde. Im Interview erzählt sie, wie die Schmerzen ihr Leben beeinflusst haben. Heute geht es ihr gut und sie spricht betroffenen Frauen Mut zu.

Frau Revellado, Sie sagen, dass Sie bereits als Jugendliche unter starken Schmerzen während Ihrer Periode gelitten haben. Wann wurde schlussendlich die Diagnose gestellt?

Als ich 18 Jahre alt war, wurden die Beschwerden immer stärker. Ich hörte aber immer wieder den berühmten Satz: «Das bildest du dir ein». 2020 wurden die Schmerzen schliesslich chronisch. Mein Leben kam zum Stillstand, ich lag nur noch im Bett. An diesem Punkt wandte ich mich an die Frauenklinik in Bern. Es wurde eine Endometriose, Adenomyose und eine sogenannte interstitielle Zystitis* diagnostiziert und ich wurde operiert.

*Anm. d. Red.: nicht-infektiöse Blasenentzündung

Sie sagen, dass ihr Leben zum Stillstand kam. Können Sie das genauer beschreiben?

Ich musste mein Studium fast komplett abbrechen. Ich war wirklich jeden Tag im Bett gefangen, den ganzen Tag lang, weil ich nichts tun konnte - es war zu schmerzhaft.

Ich habe fast überall um Hilfe gebeten. Man verdächtigte Depressionen und Panikstörungen. Ich bekam Opiate und gutgemeinte Ratschläge, ich solle jeden Tag anderthalb Stunden laufen gehen, das würde meine Probleme lösen.

Leider ist Endometriose eine von aussen unsichtbare Krankheit, so dass viele Menschen, selbst Angehörige, den Ernst der Lage nicht erkennen. Ich war völlig isoliert von der Welt. Psychologisch war es sehr schwierig.

Wie haben Sie die Zeit nach der Diagnose erlebt?

Die Zeit nach der Diagnose war kompliziert. Einerseits war es Erleichterung, weil ich wusste, dass ich nicht verrückt bin. Ich wusste nun, dass tatsächlich etwas mit meinem Körper nicht in Ordnung war. Es beruhigte mich auch, dass es eine Behandlung gab mit der ich wieder in mein Leben zurückkehren kann.

Gleichzeitig bleibt ein Gefühl der Ungerechtigkeit, weil ich einen so beschwerlichen Weg hinter mir habe. Ich habe so viele Situationen durchlebt, in denen ich nicht ernst genommen wurde und auch die Ärzte mir nicht geglaubt oder den Ernst der Lage unterschätzt haben. Ich denke, ich werde immer das Gefühl haben, dass mir durch die Fehldiagnose und die medizinische Nachlässigkeit ein Teil meines Lebens gestohlen wurde.

Wie geht es Ihnen heute?

Heute kann ich mit großem Stolz sagen, dass es mir gut geht. Ich habe immer noch einige schmerzhafte Episoden, aber ich konnte zu einer Lebensqualität zurückkehren, die ich nicht mehr für möglich hielt.

Was möchten Sie den Frauen mit Endometriose sagen?

Dass es Wege gibt, um da rauszukommen, um das eigene Leben zurückzuerobern. Wir dürfen nie aufhören, für die richtige Diagnose, für die richtige Lebensqualität zu kämpfen. Es ist ein echter Kampf, aber es lohnt sich.

Solarium: Studie untersucht den Einfluss künstlicher UV-Strahlen auf Endometriose-Risioko

Donnerstag, 4. März

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie zeigt, dass die künstlichen UV-Strahlen des Solariums wahrscheinlich das Risiko einer Endometriose erhöhen. Im Beitrag des Tages Anzeiger nimmt Prof. Michael Mueller, Chefarzt Gynäkologie und gynäkologische Onkologie Frauenklinik Bern Stellung zu der Studie aus den USA und bestätigt, dass ein Zusammenhang zwischen Haut und der Endometriose schon früher beschrieben worden ist.

Link auf den Artikel im Tagesanzeiger

Endo Teach: Unterrichtspaket für die Schule

Mittwoch, 3. März

Endometriose, sprich darüber! Das gilt besonders auch in der Schule! Noch immer ist die «Mens» bei vielen Jugendlichen ein Tabuthema. Viele Mädchen leiden an starken Schmerzen und Blutungen und sprechen nicht darüber. Einer der Gründe, weshalb die Erkrankung Endometriose oft viel zu spät erkannt und behandelt wird.

Das Unterrichtspaket «EndoTeach» des Endometriosezentrum der Frauenklinik Bern unterstützt Lehrpersonen dabei, die Themen Menstruation und Endometriose bei Schülerinnen und Schülern der Oberstufe einfach und unterhaltsam zu vermitteln.

Link zum Unterrichtspaket mit Erklärvideo, Quiz, Faktenblättern und Erfahrungsberichten

EndoNurses - Begleitung von betroffenen Frauen

Dienstag, 2. März

Jennifer Plüer und Isabel Gonzalo sind Endometriose Nurses, kurz Endo Nurses, am Endometriosezentrum der Frauenklinik Bern. Ergänzend zur ärztlichen Sprechstunde begleiten und beraten sie betroffene Frauen.

Jennifer und Isabel, Sie sind beide Endo Nurses am Endometriosezentrum der Frauenklinik. Was sind Ihre Aufgaben?
Wir ergänzen die ärztliche Sprechstunde, indem wir vor Ort oder via Hotline Beratungsgespräche anbieten. Wir klären offene Fragen und beraten zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel Ernährung oder Schmerzbehandlung. Ausserdem koordinieren wir die Betreuung der Patientinnen durch unser interdisziplinäres Behandlungsteam und sind Teil der Besprechungs-Boards von Fachexpertinnen und Fachexperten. Wir organisieren auch Informationsveranstaltungen oder eben die Workshops für betroffene Frauen, die nächsten Monat starten (Inhalte und Termine siehe Textbox oben).

Warum ist das Angebot der Endo Nurse als Ergänzung zur ärztlichen Betreuung so wertvoll?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die neben den körperlichen Auswirkungen auch Bereiche wie Beruf, Partnerschaft und soziales Leben betreffen kann. Es ist wichtig, dass die Frauen eine kontinuierliche Ansprechperson haben, welche sie auf ihrem Weg begleitet und im Umgang mit der Krankheit unterstützt.

Was sind die Herausforderungen der Behandlung von Endometriose?

Einerseits die Diagnosestellung. Es ist nicht einfach, eine Endometriose zu diagnostizieren, denn die Symptome können sehr unspezifisch sein. Andererseits die Tatsache, dass Endometriose eine chronische Krankheit mit einem hohen Rezidivrisiko ist. Neben einer OP empfiehlt sich für viele Frauen eine Hormonbehandlung. Viele Frauen wollen jedoch keine Hormone nehmen, weil sie Nebenwirkungen befürchten. In solchen Fällen können wir informieren und aufzeigen, was es für komplementäre Therapieansätze gibt.

Was sind Themen, zu denen die Frauen häufig Ihre Beratung wünschen?

Komplementäre Therapien generell sind ein grosses Thema, insbesondere auch die Ernährung. Wir geben Tipps, wie man beispielsweise den Zuckerkonsum reduzieren und trotzdem eine genussvolle Ernährung beibehalten kann. Weitere wichtige Themen sind Unsicherheiten bezüglich Hormonbehandlungen und das Thema Kinderwunsch und Fruchtbarkeit.

Gibt es auch an anderen Spitälern Endo Nurses?

Ja, am Unispital in Genf und im Kantonsspital Aarau.

Jennifer, Sie sind seit drei Monaten als Endo Nurse im Endometriosezentrum. Wie haben Sie diese erste Zeit erlebt und was macht die Stelle so spannend?

Die Stelle ist sehr abwechslungsreich und interessant, weil jede Patientin mit ihrer Vorgeschichte anders ist. Dies macht es spannend, aber auch herausfordernd. Ich finde es schön, dass wir uns Zeit nehmen können für die Patientinnen und dies auch wertgeschätzt wird. Ausserdem schätze ich die interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr.

Endometriose - Ursache, Symptome und Behandlung

Montag, 1. März 2021

PD Dr. med. Sara Imboden, leitende Ärztin Endometriosezentrum der Frauenklinik Bern spricht über die Ursachen und Symptome. Sie erklärt wie wichtig es ist, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird.