Erstes Routinescreening und Ersttrimestertest

Das erste Routinescreening findet zwischen der 12. und der 14. Schwangerschaftswoche statt. In dieser ersten Ultraschalluntersuchung der Schwangerschaft wird folgendes kontrolliert:

  • Kontrolle des Schwangerschaftsalters
  • Erkennen einer Mehrlingsschwangerschaft
  • Ausschluss von frühen, kindlichen Auffälligkeiten
  • Beurteilung der Gebärmutter und Ausschluss von Eierstockbesonderheiten
  • Ersttrimestertest (ETT): Individualisierte Risikobeurteilung für Chromosomenanomalien (z.B. Trisomien)

Die Kosten für die erste Ultraschalluntersuchung und den Ersttrimestertest werden von der Krankenkasse übernommen.

Ablauf Ersttrimestertest

  • Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin
  • Ultraschalluntersuchung zur Messung der Nackentransparenz
  • Wenn gewünscht: Berechnung des individuellen Risikos für Trisomien (speziell für Down-Syndrom/Trisomie 21) und Diskussion des weiteren Vorgehen

Wenn im Ersttrimestertest ein erhöhtes Risiko berechnet wird, können weiterführende Untersuchungen gemacht werden. Dazu gehört beispielsweise ein relativ neuer Bluttest. Dieser nicht invasive pränatale Test (NIPT) ersetzt die bisherigen Verfahren wie Fruchtwasseruntersuchung (Chorionzottenbiopsie) und Fruchtwasserpunktion (Amniocentese) teilweise. Die Ergebnisse liegen 5-10 Tage nach der Blutentnahme vor. In der Schweiz bezahlen die Krankenkassen solch weiterführenden Untersuchungen nur, wenn der Ersttrimestertest ergibt, dass das Risiko einer Trisomie höher als 1:1000 ist.

Präeklampsiescreening

2-3% aller Schwangeren entwickeln im Verlauf der Schwangerschaft eine Präeklampsie (teils auch Schwangerschaftsvergiftung oder Gestose genannt). Diese stellt für Mutter und Kind ein Risiko dar.

Mit Blutdruckmessungen, Blutanalysen und einer Messung der Gebärmutterdurchblutung kann die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau eine Präeklampsie entwickelt, berechnet werden. Ergibt dieser Screeningtestein erhöhtes Risiko, kann das Risiko durch die Behandlung mit niedrigdosiertem Aspirin  gesenkt werden.

Wenn von Ihnen gewünscht, wird dieses Screening im Rahmen des ersten Routinescreenings durchgeführt. Die der Frauenklinik Bern verfügt über eines der erfahrensten Spezialistenteams im Bereich Präeklampsie und engagiert sich seit Jahren im Bereich Forschung und Therapie bei Präeklampsie.