Nabelschnurblutspende

Nabelschnurblut ist jenes Blut, das sich nach der Geburt eines Kindes in der restlichen Nabelschnur und Mutterkuchen (Plazenta) befindet. Üblicherweise wird das Nabelschnurblut zusammen mit der Plazenta entsorgt.

Das Nabelschnurblut ist jedoch sehr wertvoll, da es äusserst viele Stammzellen enthält. Stammzellen sind Zellen, deren genaue Endbestimmung noch nicht festgelegt ist. Je unreifer die Stammzellen sind, desto weniger festgelegt ist ihre Funktion. Deshalb können sich aus den frühesten Stammzellen noch Zellen verschiedenster Organe entwickeln wie beispielsweise rote und weisse Blutkörperchen, Muskeln, Nerven oder Knochen.

Die Stammzellen aus der Nabelschnur können für die Therapie von kranken Menschen eingesetzt werden und ersetzten so die Transplantation mit Knochenmark. Wenn auch Sie spenden möchten, finden Sie auf dieser Seite alle Informationen. Weiterführende Infos finden Sie auf der Website Nabelschnurblutspende.ch.

Wie genau läuft eine Nabelschnurblutspende ab?

Nach der Geburt wird Ihr Kind wie üblich abgenabelt. Bei einer Nabelschnurblutspende wird nun die Nabelschnur desinfiziert und eine Hebamme oder Ärztin entnimmt danach das Rest-Blut aus der Nabelschnur und aus der Plazenta mit der Nadel eines sterilen Spezialbeutels. Dieses Verfahren ist für Mutter und Kind absolut schmerz- und risikofrei. Anschliessend wird das Nabelschnurblut unter strengen Qualitätsrichtlinien und Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben in einem Spezialbehälter in die öffentliche Nabelschnurblut-Bank nach Basel gebracht. Aus der Blutprobe werden im Stammzell-Labor die Blutstammzellen isoliert und die Probe nummeriert (anonymisiert). Es werden einzelne Sicherheitstest (Infektionstest, Gewebeverträglichkeit) durchgeführt. Anschliessend wird werden die Nabelschnur-Blutzellen tiefgekühlt eingelagert und stehen weltweit als Spende für erkrankte Personen zur Verfügung.

Ihre Nabelschnurblutspende wird nicht ohne Ihr Wissen und Einverständnis zu einem anderen Zweck (z.B. Forschung) verwendet.

Wie kann ich mein Nabelschnurblut einlagern?

Es werden prinzipiell zwei verschiedene Möglichkeiten der Nabelschnurblutstammzellspende unterschieden.

Die öffentliche Nabelschnurblut-Bank

Hier werden sowohl Fremdspenden als auch familiäre, sogenannte gerichtete Spenden (siehe unten) in den Banken gelagert. Das Ziel besteht darin, einen internationalen Spenderpool aufzubauen, welcher das Knochenmarksspendernetz ergänzen kann, damit für möglichst viele betroffenen Patienten ein Transplantat zur Verfügung steht.
Die Nabelschnurblutspende in eine öffentliche Bank ist kostenlos.

Die private Nabelschnurblut-Bank

In der Schweiz bieten verschiedene private Banken das Aufbewahren von Nabelschnurblutstammzellen für ihr eigenes Kind an. Diese Dienstleistung ist kostenpflichtig. Bis heute wurden nur wenige Daten oder Fallberichte über das erfolgreiche Transplantieren von eigenen Nabelschnurblut-Stammzellen veröffentlicht. Die Chance, dass die eigenen Zellen irgendwann benötigt werden ist sehr tief (1:1000 – 1:200000). Daher sind privat eingelagerte Nabelschnurblutspenden im Moment nur von begrenztem Nutzen und sehr umstritten. Der langfristige Nutzen dieser Eigen-Spenden wird abhängig sein von der zukünftigen Entwicklung von neuen Therapiemöglichkeiten.

In der Schweiz existieren verschiedene Anbieter für das private Aufbewahren von Spenden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin Nabelschnurblutspende, Frau Annina Etter: Annina.Etter@insel.ch.

Kann ich für ein Familienmitglied spenden?

Sollte ein Familienmitglied von Ihnen an einer Krankheit leiden, die durch eine Stammzelltransplantation behandelt werden kann, bieten wir an, das Nabelschnurblut für Sie zu verarbeiten und die Stammzellen bis zur Transplantation aufzubewahren. Mit einer solchen gerichteten Spende kann das Nabelschnurblut „reserviert“ werden. Besteht eine Übereinstimmung der Gewebemerkmale, erfolgt eine kostenfreie Einlagerung. Bitte sprechen Sie frühzeitig vor der Geburt mit dem behandelnden Hämatologen/Onkologen, damit dieser sich mit uns in Verbindung setzen kann.

Wie werden Stammzellen aus Nabelschnurblut eingesetzt?

Nabelschnurblutstammzellen können bei Krebserkrankungen wie beispielsweise bei Leukämien, aber auch genetischen Erkrankungen für die Transplantation verwendet werden. Dabei ersetzten die Stammzellen das durch Chemo- und Strahlentherapie zerstörte Knochenmark des Patienten. Die im Nabelschnurblut enthaltene Menge an Stammzellen reicht in der Regel aus, um das gesamte Knochenmark eines Kindes, gegebenenfalls auch eines Erwachsenen, wiederherzustellen. Bis heute sind weltweit einige hundert Nabelschnurblut-Transplantationen zwischen Geschwistern und weit über tausend Nabelschnurblut-Transplantationen von nicht verwandten Spendern durchgeführt worden, die allermeisten davon bei Kindern.

Eine wichtige Voraussetzung für die Transplantation von fremden Stammzellen ist, dass ein Spender mit ähnlichem oder gleichem Humanen-Leukozyten-Antigen (HLA)-Typus vorhanden ist. Je ähnlicher die HLA Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist die Gefahr von Abstossungsreaktionen. Die Chance, dass Geschwister völlig identisch sind, liegt bei 25%. Dies stellt den Idealfall eines Stammzellspenders dar. Die überwiegende Mehrheit ist allerdings auf öffentliche, weltweite Stammzellregister angewiesen. Bei Westeuropäern liegt die Chance, einen passenden Spender zu finden, bei 75%. Bei vielen ethnischen Gruppen (Indien, Afrika) liegt diese, trotz des immensen Spenderpools, aufgrund der HLA Unterschiedlichkeit nicht höher als 20 – 30%. 

Was muss ich tun, um Nabelschnurblut zu spenden?

Eine Nabelschnurblutspende ist im Kanton Bern nur bei uns an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde möglich. Das heisst, Sie müssen bei uns gebären, um spenden zu können.

Sprechen Sie Ihren Wunsch im Rahmen der Schwangerschaftskontrollen an unserer Klinik oder bei Eintritt in den Gebärsaal an. Optimalerweise füllen Sie zuvor den unten aufgeführten Fragebogen aus und bringen ihn mit.

Bitte beachten Sie, dass strenge Spendekriterien gelten und daher nicht alle Personen für eine Spende zugelassen sind und auch die entenommene Spende nicht in jedem Fall eingelagert werden kann.

 

 

Um die Vorbereitung einer Nabelschnurblutspende zu vereinfachen, können sie den Fragebogen und die Einverständniserklärung direkt herunterladen, ausfüllen und diesen ihrer betreuenden Hebamme abgeben.

Mit Ihrer Nabelschnurblut-Spende schenken Sie Erkrankten Hoffnung und Aussicht auf Genesung.
Vielen Dank!