Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen

Sowohl beim medikamentösen wie beim chirurgischen Schwangerschaftsabbruch sind die Risiken gering. Ernsthafte Komplikationen kommen in weniger als 1% der Fälle vor. Spätere gesundheitliche Probleme sind selten. Insbesondere wird das Risiko, später keine Kinder mehr bekommen zu können, durch einen Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) nur geringfügig erhöht.

In Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch können in seltenen Fällen depressive Verstimmungen sowie psychisch bedingte sexuelle Störungen auftreten. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, können Sie sich für weitere Gespräche an das Zentrum für Familienplanung, Verhütung und Schwangerschaftskonfliktberatung der Frauenklinik Bern wenden oder einen Termin bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt vereinbaren. Psychische Probleme treten mit der medikamentösen Methode nicht häufiger auf als mit der chirurgischen.


Die medikamentöse Methode

Bei der Behandlung mit der Abtreibungspille treten als natürliche Folge des Schwangerschaftsabbruchs vaginale Blutungen sowie Kontraktionen der Gebärmutter, das heisst Bauchkrämpfe, auf: Die Blutungen beginnen möglicherweise bereits 1-2 Tage nach Einnahme der Abtreibungspille, die (oft schmerzhaften) Kontraktionen meist erst am dritten Tag der Behandlung. Die Schmerzen hören nach der Ausstossung in der Regel auf. Die Schmerzen sind vergleichbar mit starken Periodenschmerzen. Gegen die Schmerzen erhalten Sie Schmerzmittel.
Nebenwirkungen:
häufig: Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
gelegentlich: Kopfschmerzen, Benommenheit, Fieber
selten: Allergien wie Hautausschlag oder Nesselfieber, Blutdruckabfall
Als Frühkomplikationen können Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter auftreten. Wir informieren Sie über Vorsichtsmassnahmen, welche Sie diesbezüglich treffen können.

In etwa 5 % der Fälle wird die Frucht nicht vollständig ausgestossen und es kann zu verstärkten vaginalen Blutungen kommen. In ca. 1% der Fälle bleibt die Schwangerschaft trotz der Medikamente erhalten und muss operativ (mittels Absaugmethode) beendet werden. Die Blutungen dauern bis zu 14 Tagen an. Bei starken Blutungen, Schmerzen oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend in der Frauenklinik (Tel. 031 632 10 10), um die Ursache der Beschwerden abzuklären.


Der operative Eingriff

Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch beim Schwangerschaftsabbruch ein gewisses Risiko, auch wenn es gering ist. Es kann zu Verletzungen der Gebärmutter oder, selten, von Nachbarorganen führen. Es kann zu Blutungen und Nachblutungen kommen sowie zur Bildung von Gefässverschlüssen durch Blutgerinnsel, sogenannten Thrombosen oder Embolien. Das Risiko für eine dieser Sofortkomplikationen nimmt bei fortgeschrittener Schwangerschaft etwas zu. Sehr selten treten Narkosezwischenfälle auf. Als Frühkomplikationen können Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter auftreten, was bei Nichtbehandlung Folgen für Ihre Fruchtbarkeit haben kann. Wir informieren Sie über Vorsichtsmassnahmen, welche Sie in Bezug auf Infektionsrisiken treffen können. Spätfolgen wie Fehl- oder Frühgeburten kommen bei einmaligem Abbruch bis zur 10. Schwangerschaftswoche sehr selten vor, bei späteren oder wiederholten Schwangerschaftsabbrüchen etwas häufiger. Für eine nachfolgende Schwangerschaft besteht ein leicht erhöhtes Abortrisiko.

Die Blutungen nach dem Eingriff dauern bis zu 7 Tagen an. Bei starken Blutungen, Schmerzen oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend in der Frauenklinik (Tel. 031 632 10 10), um die Ursache der Beschwerden abzuklären.