Späte Schwangerschaftsabbrüche (Artikel NZZ 1.3.19)

Montag, 04. März 2019, 08:49 Uhr

Nationalen Ethikkommission empfiehlt einheitliche Richtlinien in ihrem soeben veröffentlichten Bericht.

Schwangerschaftsabbrüche nach der zwölften Woche sind teilweise legal, bilden aber ein schweres Dilemma für Betroffene und Ethiker. Prof. Daniel Surbek, Chefarzt der Frauenklinik am Berner Inselspital, betont, dass die Mediziner von sich aus nur sehr selten einen späten Schwangerschaftsabbruch empfehlen.

Gründe sind insbesondere eine gesundheitliche Gefährdung der Mutter oder schwere körperliche und geistige Behinderungen des Kindes.

An grösseren Spitälern entscheidet ein Ethikzirkel, der sich normalerweise aus Gynäkologen, Hebammen, Kinderärzten und Ethikern zusammensetzt, ob ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wird.

Im soeben veröffentlichten Bericht hält die Ethikkommission fest, dass solche Entscheide an grossen Spitälern sehr gut geregelt sind. Die Kommission sieht aber Handlungsbereich für mittelgrosse Spitäler und fordert, dass die zuständigen medizinischen Fachgesellschaften eine nationale Kommission einsetzen und Leitlinien erstellen, die schweizweit gültig sind.

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