Frühgeborene: Heilung durch Stammzellen

Freitag, 24. Februar 2012, 09:00 Uhr

Stammzellen aus der Nabelschnur können vielleicht schon bald Hirnschädigungen bei Frühgeborenen heilen. Forschende der Frauenklinik des Inselspitals Bern haben in den USA vielversprechende Forschungsresultate präsentiert.

Kindergehirne haben viel zu lernen. Damit auch Frühgeborenen dabei einen optimalen Start haben, forscht die Frauenklinik des Inselspitals. (Foto: FotoGrafikZentrum, Inselspital)

Nabelschnurgewebe enthält Stammzellen, eine Art „Urzellen“, die sich in verschiedene Zellarten ausbilden können. Im Labor für Pränatale Medizin (LPM) an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde werden die „Urzellen“ entnommen und in der Petrischale in verschiedene Arten von Hirnzellen entwickelt. Diese sollen später einmal dazu dienen, geschädigtes Hirngewebe zu „reparieren“.

Eine Reparatur von Schäden im Gehirn könnte vor allem für das gesunde Heranwachsen von Frühgeborenen entscheidend sein. Etwa jedes dritte Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500g leidet im Laufe seines Lebens unter einer verzögerten Entwicklung in den Bereichen Wahrnehmung, Verhalten, Aufmerksamkeit und Sozialisation - Einschränkungen die durch eine frühe Hirnschädigung entstehen.

Ziel der Forschung am Inselspital ist es, Therapiemöglichkeiten direkt nach der Geburt zu entwickeln, welche langfristige Hirnschäden vermeiden und letztendlich dem Frühgeborenen bessere Entwicklungschancen bieten. „Wir möchten damit Frühgeborenen einen besseren Start ins Leben ermöglichen“, sagt Prof. Daniel Surbek, Chefarzt Geburtshilfe am Inselspital.