Reproduktionsmedizin / Gynäkologische Endokrinologie

Leiter des Forschungslabors:
PD Dr. med. Petra Stute / Prof. Dr. Michael v. Wolff
Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Universitätsklinik für Frauenheilkunde Bern
Effingerstrasse 102
3010 Bern
Tel.      +41-31-632-13 03 (Sekreatariat)
Fax:     0041-31-632-1332
e-mail: Petra.Stute@no-spaminsel.ch; Michael.vonWolff@no-spaminsel.ch

 

 

Forschungsgruppen:
Arbeitsgruppe „Endokrinologie der Brust“ und „Menopause“
Gruppenleitung: PD Dr. Petra Stute
 
Arbeitsgruppe „Endometrium“ und „Ovar“
Gruppenleitung: Prof. Dr. Michael von Wolff

 

 

Forschungslabor:
Department Klinische Forschung, DKF
Standort Tiefenau
www.dkf.unibe.ch

Projektbeschreibungen

Arbeitsgruppe „Endokrinologie der Brust“ und „Menopause“

Endokrinologie der Brust

Das Mammakarzinom ist die häufigste Malignomerkrankung der Frau. Mammakarzinome sind vorwiegend östrogensensitiv. Somit wird die Inzidenz des Mammakarzinoms u.a. von der endo- und exogenen hormonellen Exposition beeinflusst. Die Mehrheit der Frauen befindet sich bei der Erstdiagnose des Mammakarzinoms in der Postmenopause, einem Zeitpunkt, zu dem die Östrogenserumkonzentration aufgrund der erloschenen Ovarialfunktion stark erniedrigt ist. Östradiol (E2) ist das potenteste Östrogen und wird mit der Karzinogenese der Brust in Zusammenhang gebracht. Normales und malignes Brustgewebe besitzen die enzymatische Ausstattung, um aus Vorläufermolekülen im Plasma lokal Östrogene zu synthetisieren. Die lokale Östrogenbiosynthese ist in prämenopausalem Brustgewebe höher als in postmenopausalem [Stute P et al. Maturitas 2007;57:382–391]. Eine postmenopausale Hormontherapie erhöht die lokale Östrogenbiosynthese vorwiegend in epithelreichem Brustgewebe [Stute P et al. Menopause 2006;13(2):232-40; Maturitas 2008; 59(2):163-73¸ Breast Cancer Research and Treatment 2008;108(3):363-74]. Neben irreversiblen deterministischen Einflüssen von endo- und evtl. exogenen Hormonen auf die Brustdrüse, existiert demnach ein dynamisches lokales endokrines Milieu, welches durch exogene Hormone modulierbar ist und Einfluss auf das Mammakarzinomrisiko hat.

Ziel ist es, den Einfluss einer postmenopausalen Hormontherapie auf die lokale Östrogenbiosynthese in normalem und malignem Brustgewebe unter Berücksichtigung der Regulation mammärer Stammzellen zu untersuchen.

Menopause

In der Menopause tritt häufig eine vulvovaginale Atrophie auf. Darunter versteht man die hormonmangelbedingten Gewebs- und Funktionsveränderungen des weiblichen äusseren Genitale im Rahmen von Alterungsprozessen. Hiervon sind etwa 10-40% der Frauen in und nach den Wechseljahren betroffen. Das klinische Bild der vulvovaginalen Atrophie ist jedoch nicht auf die Postmenopause begrenzt, sondern betrifft auch etwa 15% der prämenopausalen Frauen. Hier sind die Anwenderinnen von oralen Kontrazeptiva, v.a. von Gestagenmonopräparaten, und stillende Frauen hervorzuheben, darüber hinaus aber auch Tumorpatientinnen, die mit Chemotherapeutika, Aromatasehemmern oder Antiöstrogenen behandelt werden. Typischerweise beschreiben Frauen die vulvovaginalen Beschwerden mit Begriffen wie Trockenheit, Jucken, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Zur Erfassung und Beurteilung der subjektiven Beschwerden liegen im deutschsprachigen Raum bisher keine standardisierten und validierten Messinstrumente vor.

Das Ziel ist daher, einen entsprechenden Fragebogen zu entwickeln und zu validieren.

 

Arbeitsgruppe „Endometrium“ und „Ovar“

Endometrium

Die derzeit erreichbare Implantationsrate von ca. 20% pro transferiertem Embryo nach In vitro Fertilisation (IVF) ist unbefriedigend und konnte in den letzten Jahren nur unwesentlich erhöht werden. Als Substrat des ursächlichen Implantationsversagens wird eine endometriale Implantationsstörung angesehen, die bisher nur ansatzweise verstanden wurde und nicht therapiert werden kann.

Gemäss der Voruntersuchungen durch uns und andere (Gutsche et al., Mol. Hum. Reprod., (2003) 9: 785-91; von Wolff et al., Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. (2007) 14: 73-78.) ist anzunehmen, dass eine endometriale Dysfunktion, welche bei der IVF durch die unphysiologisch Hormonstimulation resultiert, durch eine lokale Instillation von Seminalplasma in das Cavum uteri zum Zeitpunkt der Follikelaspiration reduziert werden kann (von Wolff et al., Fertil Steril (2008) Feb 2; (Epub ahead of print).

Aufgrund dessen untersuchen wir zum einen in vitro systematisch den Effekt der einzelnen Bestandteile von Seminalplasma auf die regulativen Prozesse des Endometriums und zum anderen in vivo die Schwangerschaftsrate bei einer IVF nach einer Vorbehandlung mit Seminalplasma.

Ovar

Bei der IVF werden üblicherweise hohe Dosen von Gonadotropinen verabreicht. Diese Gonadotropine führen jedoch zum einen zu sehr hohen Therapiekosten und können zum anderen zu einem Ueberstimulationssyndrom führen.

Aufgrund dessen entwickeln wir neue Stimulationsprotokolle, um mit einer sehr niedrigen Gonadotropindosis eine IVF-Behandlung durchzuführen. Diese klinischen Untersuchungen werden ergänzt durch biochemische und molekularbiologische Analysen der Follikelflüssigkeit und der darin enthaltenen Granulosazellen in den verschiedenen Stimulationsprotokollen, um deren Effekt auf die ovarielle Funktion zu ermitteln.